Die Spring School ist vorbei, doch wer unsere Reise nochmal nachlesen will findet hier nochmal alle Tage aufgelistet:

Nr Datum Vormittag Mittag Nachmittag Abend
1 18.02.18 Ankunft am Flughafen Ben Gurion Ankunft Jerusalem Begrüßung in der Erlöserkirche Freizeit
2 19.02.18 Erste Erkundung
der Altstadt
Besichtigung der David Zitadelle Einheit „Jerusalem im Tanach“ Fortsetzung Einheit „Jerusalem im Tanach“
3 20.02.18 Besichtigung der City of David Besichtigung der Ausgrabungen um den Tempelberg Besichtigung Klagemauer und Einheit „Jesus und Jerusalem“ Austauschrunde, Freizeit und Vortrag „Beten im Islam“
4 21.02.18 Besichtigung des Tempelberges Einheit „Christliche Konfessionen“ Besichtigung der Grabeskirche und der heiligen Stätten auf dem Berg Zion Freizeit
5 22.02.18 Besichtigung der Auguste Viktoria-Gemeinde Führung über den Ölberg Führung über den Ölberg und Besuch von Yad Vashem Besuch von Yad Vashem und Feedbackrunde
6 23.02.18 Erkundung der Ruinen von Lifta Besichtigung von Caesarea Maritima Picknick und Baden am Strand und Besuch des Klosters auf dem Karmel Reflexion & Plannung, Erew Sabbat in Nes Ammin
7 24.02.18 Baden Fahrt nach Akkon Fahrt nach Akkon und Führung durch Nes Ammin Gespräch mit Freiwilligen aus Nes Ammin
8 25.02.18 Besichtigung des Jewish-Arabic Culture Centre in Haifa Besichtigung der Baha’i Gärten Führung durch den Kibbuz BeitHEmek Reflexion
9 26.02.18 Besichtigung der Verkündigungs-kirche und der Synagogen-Kirche in Nazareth Besuch eines arabischen Cafes und Verköstigung von Knaffa Bootstour auf dem See Genezareth Gemeinsamer Abend in Beit Noah
10 27.02.18 Besichtigung von Tabgah, Capernaum und Tell Dan Besichtigung von Banyas und der Festung Nimrod Fahrt zum Berg Bental Gespräch mit Freiwilligen von Beit Noah
11 28.02.18 Besichtigung von Bet She’an Besichtigung von Qumran Vortrag von EcoPease über das Tote Meer Freizeit in Jerusalem
12 01.03.18 Treffen im Johanniter-Hospiz und Gespräch mit Freiwilligen Einheit „Judentum“ mit Dr. Deborah Weissman Fortsetzung Einheit „Judentum“ Teilnahme an Purim-Gottesdiensten und Freizeit
13 02.03.18 Freiwilliger Besuch in Mer’Sherim Freizeit Freizeit Reflexion & Gesprächsrunde, Freizeit
14 03.03.18 Freizeit Freizeit Freizeit Einheit „Judentum“ mit Tamar
15 04.03.18 Gottesdienst in der Erlöserkirche Führung durch die Hebrew University Einheit „Judentum“ mit Prof. Israel Yuval Freizeit
16 05.03.18 Gespräch mit Naim Muallem Besuch von Talitha Kumi Freizeit und Gespräch mit Zoughbi Zoughbi Reflexion & Feedback, Freizeit
17 06.03.18 Besuch der lutherischen Schule in Beit Sahour Besuch von Mar Saba Besuch von Abrahams Tent Freizeit
18 07.03.18 Erkundung eines palästinensichen Dorfes und Besuch des Tent of Nations Besuch des Tent of Nations Besichtigung des Herodion Reflexion und Brainstorming
19 08.03.18 Wanderung im machrot Erkundung von Battir Einheit „Theologie des Landes“ mit Rev. Dr. Munther Isaac Freizeit
20 09.03.18 Treffen mit Studierenden des Dar al-Kalima University College of Arts and Culture Führung durch das Dar al-Kalima University College of Arts and Culture Einheit „Kontextuelle palästinensische Theologie“ mit Rev. Dr. Mitri Raheb Freizeit
21 10.03.18 Führung durch das Prison Museum der Al-Quds Universität Einheit „Islam“ (Theologie) mit Mustafa Abu Sway Fortsetzug Einheit „Islam“ (Recht) mit Mustafa Abu Sway Teilnahme am muslimischen Abendgebet und Abendessen bei Mustafa Abu Sway zu Hause
22 11.03.18 Besichtigung des Felsendoms und der Al Aqsa-Moschee Einheit „Islam“ (Kontextuelle Fragen) mit Mustafa Abu Sway Freizeit Freizeit
23 12.03.18 Treffen mit CPT Palestine in Hebron Führung durch Hebron und Besichtigung der Patriarchen-Gräber Gespräch mit einem Siedler Freizeit
24 13.03.18 Freizeit Besuch der Hand-in-Hand School in Jerusalem Gespräch mit Zeitzeugen des Holocaust Freizeit
25 14.03.18 Fahrt zum Georgskloster und zur Taufstelle Wanderung in Ein Gedi Besichtigung von Masada, Baden im Toten Meer Freizeit
26 15.03.18 Wanderung durch Ein Avdat und Besichtigung der Nabatäerstadt Avdat Gespräch mit einer Beduinin Besichtigung von Tell Be’er Sheba und Grabstelle Ben Gurions Reflexion & Austausch, Freizeit
27 16.03.18 Wanderung durch den Great Crater Fahrt nach Jerusalem Teilnahme am Shabbat-Gottesdienst Erev Shabbat in Gastfamilien
28 17.03.18 Freizeit Freizeit Gemeinsamer Abschlussgottesdienst Abschlussabend
29 18.03.18 Warten am Ben Gurion Abflug nach Deutschland Ankunft in Berlin Zu Hause!

 

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Tag 29: „We few, we happy few, we band of brothers“

Nach einer mehr oder weniger kurzen Nacht war unser letztes Stündlein in Jerusalem und Israel gekommen. Der Beginn des Endes unserer Reise war auf 06:30 Uhr in der Früh festgelegt. Eigentlich hätten wir auch ein wenig mehr des süßen Schlafes frönen können, doch so hatten wir die Möglichkeit, mit unserem Lieblingsbusfahrer Sedan fahren zu können, was zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr möglich gewesen wäre. Daher fuhren wir fast pünktlich am Jaffa-Gate ab, über den Highway Richtung Tel-Aviv. Die selbe Straße, auf der wir fast vier Wochen zuvor unsere ersten Kilometer im Heiligen Land gemacht haben. Jeder erlebte diese letzte Busfahrt auf seine Weise, manche holten ihren Schlaf nach, andere schauten aus dem Fenster, und andere sprachen noch über die letzten Erfahrungen oder die Planungen nach der erfolgreichen Heimreise.

Gut eine Stunde später kamen wir am sichersten Flughafen der Welt an. Dort hieß es erst mal Abschied nehmen von unserem treuen Begleiter und Busfahrer Sedan. Er hatte uns vom Flughafen nach Jerusalem, von Jerusalem in den Norden, von dem Norden wieder nach Jerusalem und von dort in die Negev-Wüste gefahren. Und jetzt wieder zurück zum Flughafen, wo wir gestartet sind. Zum Abschied gaben wir ihm noch ein Gruppenfoto von uns mit ihm auf den Weg, wo auch jeder unterschrieben hatte, so dass er uns nicht so schnell vergisst.

Durch unsere frühe Ankunft am Flughafen konnten wir uns im Wartebereich des Flughafens noch ein wenig ausruhen. Durch den Check-In, wovor viele Angst hatten, kamen wir ohne Probleme, so dass wir dann nur noch zwei Stunden im Boardingbereich verbringen mussten, ehe sich unser Flieger gegen 13:15 in die Lüfte erhob und uns sicher nach Deutschland brachte. In Berlin angekommen verabschiedeten wir uns in großer Runde, bevor jeder letztlich seines Weges ging.

Und so endete unsere Reise in das Heilige Land, die vier Wochen vorher, in aller früh, begonnen hatte. Doch die, die zurück kamen, werden nicht mehr die selben sein. Geprägt durch die verschiedensten Eindrücke aus der Natur, der Architektur und den Leuten, hat jeder einzelne aus der Gruppe seine schönsten Momente im Herzen gespeichert und trägt diese fortan weiter mit sich durch die Welt. Auch waren wir anfangs ein Bund von Fremden, wo sich nur wenige untereinander gut kannten, vielleicht noch ein paar vom Sehen aus der Uni, doch wirklich kennen taten wir uns nicht; am Ende waren wir ein Häuflein Brüder und Schwestern. Und Kommilitonen in der Heimat, die sich nicht bewarben, verfluchen einst, dass sie es nicht taten und werden kleinlaut, wenn nur jemand berichtet, der mit uns reiste ins Heilige Land, nach Israel und Palästina.

Von Robert

P.S: Ob die Spring School ein einmaliges Projekt war oder es in Zukunft eine regelmäßige Veranstaltung werden wird, entscheidet sich in der Mitte dieses Jahres. Sobald es dazu Neuigkeiten gibt, teilen wir diese gerne hier mit!

 

 

 

Tag 28: Und bis wir uns wieder sehen halte Gott uns fest in seiner Hand

Da ist er nun. Der letzte Tag. Schneller als erwartet. Und Jerusalem nimmt es sich auch noch heraus, den nahenden Abschied so richtig schwer zu machen. Die Heilige Stadt zeigt sich noch einmal von ihrer schönsten Seite und weckt uns (nach endlich mal wieder Ausschlafen) mit strahlendem Sonnenschein, der uns den gesamten Tag erhalten bleiben sollte.

Der Tag beginnt gemächlich um 9 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück im lutherischen Gästehaus. Alle schmeißen sich zuallererst mit Kriegsgebrüll auf die kleinen Nutella-Gläser, die am Büffet stehen. Immerhin sind wir alle seit unserem letzten Besuch in diesem Hause auf kaltem Entzug. Wer es wagt sich gleich zwei Gläser zu nehmen (jaja, ich war das…) wird solange bearbeitet, bis er den Stoff rausrückt oder zumindest teilt.

Nach einer anschließenden kurzen Besprechung das Abendprogramm betreffend, ist uns der Tag nun bis ca. viertel vor sechs freigestellt. Nach einer ersten Einheit finalen Kofferpackens, machen sich so die ersten um ca. halb elf auf die Socken. Am Anfang der Reise dachte ich eigentlich, ich würde den ganzen Tag durch die Altstadt sprinten, um nochmal eine letzte Impression aller zentralen heiligen Orte einzusammeln. Im Endeffekt wurde der Tag jedoch von den meisten wohl eher dazu genutzt, die letzten Schekel sinnvoll zu investieren und stellenweise gönnerhaft auf den Kopp zu hauen. So freuten sich abschließend zahlreiche arabische Händler (die jüdischen Geschäfte hatten am Shabbat natürlich geschlossen) über die dankbare Abnahme ihrer Gewürze, Kaffeebohnen, Armbänder, Postkarten und vor allem Schals (glaube manche Mädels hier müssten langsam mal in die Suchttherapie).

Um Punkt 15 vor sechs (ca. fünf vor sechs in Uta-Zeit) trafen sich dann alle zufrieden und mit leeren Geldbeuteln im Foyer des lutherischen Gästehauses wieder. Gemeinsam gingen wir über die Dächer ein letztes Mal in die Erlöserkirche um dort in einer kleinen Nebenkapelle unseren Abschluss-Gottesdienst samt Abendmahl zu feiern. Janine, Ariane, Lena K., Kai, Janina und Becci, das geniale Orga-Team desselbigen, leiteten den Gottesdienst mit Lobpreis und andächtigen Lesungen aus Sacharja, dem Kolosserbrief und Psalm 72 ein. Utas folgende Predigt griff diese Bibeltexte erneut auf. So schenkt Christus, der Erlöser, der Sohn Gottes, der nicht als König mit Macht, sondern als einer von uns einfachen Menschen kam (Sach 9,9f.) uns freudige und hoffnungsvolle Erwartung auf einen „neuen Menschen“, wie das Kairos-Palästina-Papier festhält. Dieser Mensch soll „bekleidet“ sein mit Freundlichkeit, Geduld, Sanftmut und Liebe (Kol 3,12-17). Man sieht ihm/ihr die Freude an und erkennt an seinen/ihren Werken, dass er/sie Gott aus vollem Herzen ehrt. Schließlich seien wir alle auf dem Weg hin zu diesem neuen Menschen. Mit den Menschen in Palästina und Israel teilen wir diese Hoffnung. Auf das auch hier Liebe und Friede in die Menschen einziehe und das gespaltene Volk wieder vereine, bis dass „der neue Mensch“ in einem „neuen Land“ sicher leben kann (Kairos-Palästina-Papier).

Nach dem Abendmahl (mit Pitabrot, von Uta als authentisches `Jesus-Brot` betitelt, und mit Wein aus dem Tent of Nations) führten wir dann noch ein sogenanntes „Gummibärchen-Gebet“ durch. Jede/r durfte sich einen Gummibären nach einer präferierten Farbe nehmen und dazu laut oder leise bei sich ein kurzes dankendes, lobendes, bittendes, hoffendes aber auch klagendes Gebet sprechen. Nach Abschluss des Gottesdienstes gingen alle schließlich wieder auf ihr Zimmer zurück und widmeten sich Pack-Phase II. Das bereits deutlich zu vernehmende Knurren der Spring School-Mägen wurde dann um halb acht besänftigt. Weil Uta und Robert so fabulös gewirtschaftet hatten, durften wir uns alle sogar noch Frei-Getränke dazu bestellen (Frei-Getränke = 8 Flaschen Weißwein). Was ein Festmahl!

Zufrieden und satt setzten sich nach dem Essen alle Spring Schooler in den Gemeinschaftsraum. Hier lagen bereits 27 kleine bunte Notizblöcke aus, ein jedes mit einem Namen versehen. Diese wurden über den Abend verteilt mit lieben Nachrichten und Worten füreinander gefüllt, die man sich, wenn man sich nach der Spring School so ganz ohne 26 Knallköppe um einen herum mal einsam fühlt, jederzeit durchlesen kann. Darauf, dass auch wirklich jede/r jedem etwas ins Heft schreibt, wurde dabei sehr viel Wert gelegt. Dann wurde es schließlich festlich. Uta überreichte mit ganz persönlichen Worten jedem/jeder Spring Schooler/in die gesammelten Teilnahmezertifikate zu den diversen Studieneinheiten von Tamar (<3), Gabi Zander, Dr. Israel Yuval, Mitri Raheb, Ilan und vielen mehr. Unsere liebe Uta bekam zwar keine Urkunden, doch sangen wir ihr alle noch ein extra für sie umgedichtetes Lied vor, um ihr für ihr wahnsinns Engagement, ihre Leidenschaft und ihre Liebe zu danken.

#Utaforpresident

Zusätzlich schenkten wir ihr noch einen wunderschönen antiken, herodianischen Schal mit Jesu güldenem Haar eingeflochten, wahrscheinlich von der heiligen Maria selbst während der Verkündigung genäht (so oder so ähnlich wurde der Schal uns zumindest vom Händler unseres Vertrauens angepriesen). Unser moneyboy Robert wurde parallel dankbar mit Bier eingedeckt. Der Abend klang mit lautem Lachen, vielen Umarmungen und dem restlichen Bier und Wein, der ja schließlich nicht mit nach Deutschland mitgenommen werden wollte, in Harmonie aus. 27 müde Spring SchoolerInnen gingen nach und nach erschöpft, wehmütig, aber vor allem geliebt ins Bett.

-von Juli

Tag 27: Und der HERR sprach zu Abram: Gehe aus deinem Vaterlande und von deiner Freundschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will. (Gen. 12, 1 Lutherübersetzung)

Manche von uns beginnen den Tag bereits um 05:30 mit einer Andacht am Rande des Kraters direkt neben der Jugendherberge. Wir erleben einen einzigartigen Sonnenaufgang in der Gesellschaft der hier lebenden Steinböcke. Nach dem Frühstück werden unsere Koffer ein erneutes Mal in den Bus verfrachtet und wir machen uns wieder auf den Weg. Unser Ziel ist eine andere Stelle am Rande des großen Kraters hier im Negev, wo unsere Wanderung ihren Anfang finden soll. Dieser Krater ist im Laufe der Zeit durch Erosion entstanden. Später erfahren wir von unserem Guide Ilan, dass der Stein in der Mitte weicher war als der Stein am Rande. Wind und Niederschläge sorgten dafür, dass sich dieser weichere Stein langsam aus der Mitte entfernte. Vom Bus aus erkennen wir Schichten verschiedener Steinarten und entdecken die unterschiedlichsten Blümchen.

An der Straße lässt uns unser so lieb gewonnener Busfahrer Zedan aussteigen, und sobald jeder die 1,5 Liter Wasser in der Hand oder im Rucksack hat, machen wir uns zu Fuß auf den Weg. Ein tiefblauer Himmel, angenehmer Wind und die Stille, die nur von Vogelgezwitscher unterbrochen wird, tun uns gegen Ende dieser Reise allen gut. Wir stellen uns Herausforderungen in Form der steigenden Temperatur und Felswänden, an denen wir uns hoch hangeln müssen. Immer wieder halten wir inne um die Aussicht zu genießen, die wir oben in voller Ruhe und Erleichterung betrachten. Nach einigen Minuten sammeln wir uns und hören Ilan zu, der uns etwas zu dem Wort Wüste auf Hebräisch erzählt und was damit in Verbindung steht. Mageve bedeutet unter anderem auch Ruhe und die Abwesenheit des städtischen Lärms. Er erzählt uns außerdem etwas zur Entstehung des Kraters. Wir schließen mit der Lesung von Genesis 12,2 in welcher Gott Abraham verspricht, dass er Ursprung eines großen Volkes sein wird.

Wir machen uns an den Abstieg, welcher uns fast noch mehr herausfordert als der Anstieg.

Kurz vor dem Ende der Wanderung erzählt Ilan uns etwas zum Shabbath und seiner eigenen Einstellung dazu. Wir machen uns Gedanken zu unserer eigenen Spiritualität, bekommen Impulse von Ilan und genießen den letzten Moment der Stille in dieser Wüste. Zum Abschluss rekapitulieren wir noch einmal die letzten drei Tage und auch die ganzen letzten vier Wochen im Vergleich zu Genesis 12. Wir bekommen Wünsche für unsere weitere Zukunft auf den Weg mitgegeben und machen uns auf zum Bus. Freudige Gesichter sieht der Eisverkäufer, welcher neben dem wartenden Bus steht und einigen von uns Eis verkauft.

Es geht zurück nach Jerusalem. Den Abend verbringen wir zu zweit oder zu dritt in verschiedenen Synagogen und anschließend in jüdischen Familien, welche uns zur Feier des Erev Shabbaths zu sich eingeladen haben. Wir erleben die unterschiedlichsten Feiern, führen interessante Gespräche und kommen natürlich in den Genuss eines guten Essens.

Von Leni und Kai

Tag 26: Durch die Wüste

Der heutige Tag war geprägt von dem Zusammenspiel von biblischer Tradition und gegenwärtiger Situation. Er begann mit einer kleinen Wanderung durch einen Canyon der Negev-Wüste (Avdat). Ilan vermittelte uns ein Bild von der Ruhe und der erdenden Einsamkeit, die man dort wahrnehmen kann. Er brachte uns nahe, wie das Gebirge entstanden ist und ließ uns anschließend über das Verhältnis von Wissenschaft und Religion diskutieren. Dabei war die Frage, ob das eine das andere überwiegt, ob sie separat voneinander zu betrachten sind oder ob sie im Dialog zueinander stehen. Auf unserem Weg durch die atemberaubende Natur mit all ihren Facetten kamen wir auch an einer ehemaligen Höhle eines byzantinischen Mönches vorbei.

 

Nachdem wir die über 100 Höhenmeter erklommen hatten, besuchten wir die nabatäische Stadt Avdat. Die Nabatäer waren einst Nomaden, die sesshaft wurden, nachdem sie wegen des Weihrauchhandels Wohlstand erlangt hatten. P1060063Die Stadt wurde im 3. Jahrhundert v. Chr. erbaut. 106 v. Chr. wurde sie durch die Römer annektiert und wurde im 4. Jahrhundert n. Chr. christlich. 700 n. Chr. Wurde die Stadt durch ein großes Erdbeben zerstört. Heute finden sich dort noch Überreste von zwei Kirchen und zwei nabatäische Tempel. In einer der Kirchen feierte Uta mit uns eine besinnliche Andacht zum Ps 63,1-9 und 127.

Bevor wir die Beduinin Zinab besuchten, machten wir eine kleine Mittagspause. Die Beduinen waren einst ein muslimisches Nomadenvolk, das ebenfalls zunehmend sesshaft geworden ist. Heute gibt es legale und illegale Dörfer (unrecognized villages), von denen letztere weder Strom-, Gas- noch Wasseranschluss vom Staat erhalten. Zinab erzählte uns von den Verhältnissen innerhalb des Beduinenvolkes. Dort hat der Stamm und die Ethik die höchste Priorität, woran sich dann der Glaube orientiert. Sie selbst hat sich in ihrem Leben mühsam viel aufgebaut; üblicherweise besuchen Beduinen-Mädchen wie sie für nur neun Jahre die Schule. Sie entschloss sich jedoch nach zehn Jahren Feldarbeit, ihren Abschluss nachzuholen, um dann Kunst und Kunstpädagogik zu studieren. Heute schreibt sie ihre Doktorarbeit, lehrt an einem College, besitzt eine eigene Galerie und stellt international aus.

Danach fuhren wir zum Tel Beer Sheva, eine archäologische Ausgrabungsstätte einer auf früheren Städten errichteten Stadt. Dort ist ein ehemaliger Tempel zu finden, der aufgrund der Entfernung zu Jerusalem gebaut wurde, um Gott zu ehren (2. Kön 18,1-4). Der Brunnen der Stadt, genannt Abrahams-Brunnen, liegt außerhalb der Stadtmauern und führte somit zu einem Konflikt zwischen lebensnotwendigem Wasser und Sicherheit. Außerdem verfügt die Stadt über ein antikes unterirdisches Zisternensystem, welches wir mit unseren ganzen Sinnen erschlossen. Am 31.10.1917 wurde das unter der Herrschaft der Türken stehende Tel Beer Sheva durch eine Delegation australischer und neuseeländischer Soldaten eingenommen und an die Briten gegeben.

 

Als letztes Ausflugsziel besuchten wir das Grab des Staatsgründers Israels, David Ben Gurion und seiner Frau. Ben Gurion kam zu BeginnP1060080 des 20. Jahrhunderts nach Israel und setzte sich für Hebräisch als Volkssprache ein. Für ihn bedeutete Jiddisch (welches zuvor die vorherrschende Sprache der jüdischen Bevölkerung in Osteuropa war) schließlich die Erinnerung an das Exil, sowie Abhängigkeit und Kraftlosigkeit. Hebräisch hingegen steht für Unabhängigkeit. Nach seiner Amtszeit als Premierminister trat er einem Kibbuz im Negev bei, da er von dem Tatendrang der jungen Kibbuzniks beeindruckt und inspiriert war. Schließlich galt hier: Action is louder than words.

Noch ganz erschlagen von den Eindrücken des Tages aßen wir zu Abend. Als Abschluss des Tages folgte eine zusammenfassende Reflexionsrunde.

Von Pia und Annika

Tag 25: Von sandigen und salzigen Abenteuern

Heute (14.03.) klingelten die Wecker sehr früh, da wir uns bereits um 05:45 Uhr mit gepackten Koffern trafen, um unsere Reise fortzusetzen. Die nächste Herberge befindet sich in der Negev-Wüste. Wir alle waren sehr froh, unseren altbekannten Busfahrer Sedan wiederzusehen, der mit einem fröhlichen „Sabach Alcher“ (arabisch für „Guten Morgen“) die Müdigkeit (fast) aus unseren Gesichtern trieb. Auf dem Weg zu unserem ersten Zwischenstopp sammelten wir Ilan ein, welcher unser Guide für die nächsten drei Tage sein wird. Ilan ist ein australischer Jude, der vor 14 Jahren nach Israel eingewandert ist.

Unser erster Halt auf der Fahrt war das Wadi Qelt in der judäische Wüste, von der aus wir das in den Bergen eingebaute Georgskloster sehen konnten. Das Kloster wurde im fünften Jahrhundert für griechisch-orthodoxe Einsiedlermönche gebaut. 1962 wurde das Kloster neu aufgebaut, heutzutage leben noch fünf Mönche dort. P1050998Wir alle genossen die beeindruckende Aussicht auf die Wüstenlandschaft. Unter anderem war auch ein Weg zu sehen, der vermutlich bereits zur Zeit Jesu existierte und nach Jerusalem führt. Auf diesem Weg hat sich möglicherweise auch die Geschichte des barmherzigen Samariters ereignet. Wir lasen diese Bibelstelle aus Lukas 10, 25-37: In der Geschichte geht es um einen niedergeschlagenen, ausgeraubten Mann, der am Wegesrandrand liegt. Ein Priester und ein Levit gehen an ihm vorbei, da sie berufliche Pflichten zu erfüllen haben. Schließlich kommt ein Samaritaner vorbei, der seine Pflichten hinten anstellt und zunächst den Mann versorgt. Ilan stellte uns folgende Interpretation der Geschichte vor: Das moralische Bewusstsein eines Menschen sollte immer über dem Einhalten der gesetzlichen Verpflichtungen stehen. Daran anschließend wurden wir aufgefordert, uns über Situationen auszutauschen, in denen wir uns wie ein barmherziger Samariter verhalten haben oder wie selbiger hätten handeln sollen. Auch die Bibelstellen Psalm 23 und 1. Könige 17,2-6 sollen in dieser Gegend verortet sein.

Mit dem Bus ging es weiter zur Jordan-Taufstelle. Diese stellt eine der drei möglichen Orte dar, an der sich Jesus von Johannes taufen ließ. Seit zehn Jahren ist diese Stelle als touristischer Ort angelegt und befindet sich in einem militärischen Sperrgebiet. Auch hier verfolgten wir die biblischen Zeugnisse, die sich an diesem Ort, bzw. mit dem Thema Taufe auseinandersetzen. Diesbezüglich sprachen wir auch über das Taufverständnis.P1060006 Ursprünglich ließen sich meist nur erwachsene Menschen aus eigener Entscheidung heraus taufen. Später ließ man auch Kinder taufen, da man davon ausging, dass nur getaufte Babys nach dem Tod in das Himmelreich gelangen. Nach der theoretischen Auseinandersetzung mit dem Thema begaben wir uns an die besagte Taufstelle. Anders als erwartet, sahen wir ein schmales, schlammiges Gewässer, umgeben von verschiedenen Pflanzen in intensiven Grüntönen. Heute wird die Taustelle besonders von Reisegruppen für Taufen und Tauferinnerungen genutzt. So sahen auch wir einige Menschen, die sich in den Jordan untertauchen ließen. Übrigens gab es auch im früheren Judentum schon rituelle Bäder, die einer Taufe ähnelten und der Reinwaschung von Sünden dienten.

Der dritte Stopp des Tages war der En Gedi – Nationalpark. Dieser Ort soll der Tradition nach der Ort sein, an dem sich der Streit zwischen dem König Saul und seinem Nachfolger David ereignet haben soll (1. Sam 24 ff.). Nach der Bibelarbeit ging es für uns auf eine kleine Wandertour durch das Naturschutzgebiet. Bei einer Hitze von 30°C waren die Bachläufe und erfrischenden Wasserfälle das Highlight der Wanderung. Außerdem genossen wir einen wunderschönen Ausblick auf das Tote Meer und die Wüste. Beeindruckt von der Landschaft und geschafft von der Hitze, verbrachten wir unsere Mittagspause mit Sandwichs und kalten Getränken im Schatten.

Danach führte uns Ilan nach Masada. Dies ist ein Nationalpark, welcher seit 2001 zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Die höher gelegene Festung erreichten wir mit einer Seilbahn, welche die Teilnehmer mit Höhenangst vor eine gewisse Herausforderung stellte. Oben angekommen erhielten wir von unserem Guide viele Informationen über Masada. Es handelt sich dabei um eine Festung, die Herodes etwa 40-30 v. Chr. bauen ließ. Masada galt als letzte Zufluchtsstelle judäischer Freiheitskämpfer. Nachdem der Tempel in Jerusalem durch die Römer zerstört wurde, konnten sie Masada noch drei Jahre halten. Erst nach achtmonatiger Belagerung gelang es den Römern im Jahr 73 oder 74 n.Chr. durch Aufschüttung eines Dammes, die Festung einzunehmen. Die Verteidiger hatten sich vorher alle selbst das Leben genommen.

Wie kann man auf so einem Bergplateau überleben? Damals war der Luxus einer Seilbahn natürlich nicht vorhanden, so dass andere Möglichkeiten des Wasser-Transportes genutzt werden mussten. Wir lernten etwas über das Sammeln von Wasser in Zisternen (Wasserspeicher), welche sich sowohl am Fuße, als auch auf der Höhe des Berges befanden. Nach den seltenen Wasserfluten sammelte sich das Wasser meist im Tal, so dass das Wasser vom unteren in den oberen Wasserspeicher transportiert werden musste. Dabei halfen Esel als Nutztiere. Dies wurde uns von einigen Freiwilligen demonstriert. Joshi sollte hierbei die Rolle des „donkeys“ (Esel) übernehmen, was ziemlich witzig aussah, da er aufgrund falschen Verständnisses einen „monkey“ (Affen) darstellte. Auf diese spielerische Weise haben wir viel von Ilan lernen können.

Geschafft von der Hitze freuten wir uns umso mehr auf das anschließende Baden im Toten Meer. Dies war für uns alle eine sehr amüsante Erfahrung, da es tatsächlich nicht möglich ist, unterzugehen. Dies liegt an dem hohen Salzgehalt von 30% im Wasser. Nachdem wir alle die obligatorischen „Zeitunglesen-auf-dem-Wasser-Fotos“ gemacht haben und reichlich Spaß im Wasser hatten, ging es für uns schließlich zur Jugendherberge nach Mitzpe Ramon, wo wir die nächsten zwei Nächte verbringen werden. Wir genossen das Abendessen, denn die Auswahl in der Herberge stellte eine willkommene Abwechslung zu Hühnchen mit Reis dar.

Von Amelie und Rebekka

Tag 24: Hand in Hand

Der Tag begann für einen Teil der Gruppe bereits um 5.00 Uhr, da noch einige die Erfahrungen des hiesigen Checkpoints machen wollten. Vor Ort trafen wir auf einen alten Freund von Utas Sohn, Amin, welcher uns bereits zum Abendessen am heutigen Tag eingeladen hatte. Er erzählte uns von seinen Erfahrungen, die er mit den israelischen Soldaten gemacht hat, von seiner Zeit im Gefängnis und seinem Job: dem Verkauf von Heißgetränken und Snacks am Checkpoint 300.

Bis zu dem nächsten Programmpunkt um 12.30 hatte die Gruppe noch Zeit, sich in Bethlehem umzusehen, beispielsweise die Geburtskirche Jesu zu besuchen oder Andenken zu besorgen.

Wir besuchten dann die Hand in Hand School in Jerusalem, nachdem wir selber den Checkpoint passieren mussten, da wir die öffentlichen Verkehrsmittel nutzten. Vor Ort

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Gang durch den Checkpoint 300

erfuhren wir, dass es sich bei der Hand in Hand School um eine bilinguale Schule handelt, die sowohl arabische als auch jüdische Kinder unterrichtet und zwar auch in den Sprachen Hebräisch und Arabisch. Es handelt sich hierbei um eine öffentliche Schule, die zu 50% vom Staat finanziert wird und zum anderen Teil von Schulgeld und Spenden lebt. Die Hand in Hand School kann man bereits ab dem Kindergarten bis zum Ende der Highschool besuchen. Die Schule existiert seit 20 Jahren und hat in den letzten Jahren mehrere Töchter-Standorte in Israel. Die Besonderheit, die vor allem uns Religionslehrkräfte interessiert, ist der interreligiöse Aspekt. Alle Feiertage der abrahamitischen Religionen werden dort gemeinsam besprochen und begangen. Hierfür wird ein Informationsboard von und für die Schüler erstellt. Der Religionsunterricht findet in den Religionen getrennt statt, ein Mal im Monat kommt es zu einem Austausch zwischen den Schülern über ihre neuen Erkenntnisse.

 

 

Nach einer kurzen Mittagspause hatten wir das Privileg, Ruth und Salomo (Schlomo) Berlinger zu treffen. Sie sind ein jüdisches Ehepaar, welches den Nationalsozialismus überlebt hat. Schlomo hatte das Glück, im Jahr 1932 mit seiner Familie aus Deutschland nach Schweden auszuwandern, wo sein Vater ein örtlicher Rabbi wurde.

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Gespäch mit Schlomo und Ruth

Ruths Geschichte war für uns alle von emotionaler Ergriffenheit geprägt, denn sie stammt aus Warschau und musste im Alter von 8 Jahren mit ihrer Familie aus ihrem wohlhabenden Haus in das sogenannte Warschauer Ghetto ziehen. Ihr Vater war damals ein orthodoxer jüdischer Geschäftsmann und somit wohlhabend, ihre Mutter stammte aus einer bürgerlichen Musikerfamilie. Mit einem Lachen erzählte sie uns, dass sie nicht verstand, wie die beiden sich gefunden haben konnten. Ruth berichtete uns von den grausamen Erfahrungen, die sie während der Zeit im Ghetto erlebt hatte. Als es um die Selektion ins KZ ging, hatte die Familie Glück, denn der Soldat, der sie aussortieren sollte, war ein alter Geschäftspartner und Freund ihres Vaters, so dass er im letzten Moment die Familie verschonte. Nach diesem Ereignis flohen sie aus dem Ghetto und versteckten sich bei verschiedenen Menschen. Ruth berichtete, wie dankbar sie darüber war, dass die Leute ihr eigenes Leben riskierten, um das ihre zu retten, betonte allerdings auch, dass sie niemals Geräusche von sich geben durften, um nicht entdeckt zu werden. Dieser Zustand dauerte 2 Jahre an. Nach Ende des Krieges zog die Familie nach Schweden, Ruth war 15 Jahre alt. Dort lernte sie Schlomo kennen. Die beiden haben im Dezember 2017 ihren 65. Hochzeitstag gefeiert.
Wir waren alle sehr dankbar dafür, dass Ruth und Schlomo ihre Erfahrungen mit uns geteilt haben, es war ein sehr emotionaler Moment für alle von uns.

Anschließend teilte sich die Gruppe, die einen fuhren zurück ins Gästehaus, die anderen begaben sich zu Amin zum Abendessen. Er erzählte erneut von seinen Erfahrungen, allerdings empfanden wir ihn als sehr positiv und optimistisch. Er berichtete, dass er in Kontakt mit seinen israelischen Nachbarn steht und sie versuchen, ihre jeweiligen Feiertage gemeinsam zu vollbringen. Wir waren beeindruckt von der Menge an Essen, die uns aufgetischt wurde. Es begann mit einer Linsensuppe, die wir traditionell arabisch aus der Schale getrunken haben, der Hauptgang bestand aus, welch Überraschung, Reis mit Hähnchen sowie mit Stampfkartoffeln überbackenem Rindfleisch. Das Dessert war ebenfalls eine traditionelle Speise, die unterschiedliche Gefühle auslöste.

Wer den Tag von Anfang bis Ende mitgemacht hat, war ausnehmend erschöpft am Ende des Tages, sodass wohl jeder direkt ins Bett gefallen ist.

Von Swetlana

 

Tag 23: Hebron – zwei Seiten der selben Medaille

Auch in der letzten Woche sind wir nach wie vor hochmotiviert und wissbegierig. Einige FrühaufsteherInnen machten sich gegen 5:00 Uhr morgens auf den Weg zum Checkpoint von Bethlehem. Andere erkundeten die Geburtskirche, die glücklicherweise nur wenige Gehminuten von unserer Unterkunft entfernt in der Altstadt liegt. Mit neuen Erfahrungen und großem Hunger trudelten alle langsam in den Frühstücksraum ein. Doch leider erwartete uns ein leeres Buffet – eventuell wurden wir vergessen. Nach nettem Nachfragen, Hilfe unsererseits und zwanzig Minuten später, konnten wir uns endlich für den langen Tag stärken.

Unsere heutige Tagesbegleitung Khaled wartete draußen in der Sonne auf uns. Khaled, ein christlicher Palästinenser aus Beit Sahour, konnte uns mit seiner sympathischen Art sofort für sich gewinnen. Seine guten Deutschkenntnisse hatte er zunächst während seiner Schulzeit in Talitha Kumi und später in den dreizehn Jahren, die er in Deutschland lebte, erlangt. Die dreißigminütige Busfahrt nutzte Khaled, um uns mit Infos über Bethlehem, Hebron und Umgebung zu versorgen. Hebron wird an mehreren Stellen der Bibel erwähnt. So beispielsweise im Buch Numeri (Num. 13). Spione des Mose wurden aufgrund der Fruchtvielfalt in diese Region geschickt. Auch heute ist die Region noch reich an Früchten. Es gibt viele Weinanbaugebiete sowie Oliven – und Mandelbäume. Auf der kurzen Strecke von 30 Minuten waren vor allem die israelischen Siedlungen und palästinensische Flüchtlingslager präsent.

Angekommen im 930m hohen Hebron, versammelten wir uns alle am vereinbarten Treffpunkt, an dem uns Carol von der CPT Palestine abholen sollte. Hebron (arabisch al-Chalil, der Freund) zählt zu einem der primären Spannungsfelder zwischen PalästinensernInnen und Israelis. Besonderer Brennpunkt ist die Altstadt Hebrons, in der sich rund 800 israelische SiedlerInnen über den Dächern des palästinensischen Suks niederließen. Die einst prächtige bunte Einkaufsstraße musste verlassen werden. Uns begegneten Schriftzüge mit ‚Ghost Town‘ an den Wänden der ehemaligen Geschäfte. Im Suk mussten viele LadenbesitzerInnen ihre Geschäfte innerhalb der letzten Jahre schließen, nur wenige können noch ihre Existenz durch den Verkauf von Kleidung, Lebensmitteln und Souvenirs sichern. Über die gesamte Straße spannt ein großes Netz, welches vor dem Abfall schützen soll, den israelische Siedler achtlos herunterschmeißen. Seit 1997 gliedert sich Hebron in die Zonen H1 und H2. Die Altstadt fällt in Zone H2, welche unter israelischer Kontrolle liegt und insgesamt 20 % von Hebron ausmacht. Einblick in ihre Arbeit sowie die aktuell schwierige Lage Hebrons, gaben uns Carol und Josephine von CPT Palestine (Christian Peacemaker Teams). Seit 1995 arbeiten die MitarbeiterInnen von CPT Palestine in Hebron. Sie sorgen für die Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen an den Checkpoints und zeigen eine hohe Präsenz in ganz Hebron, wie beispielsweise als Teilnehmende an gewaltfreien Protesten der PalästinenserInnen. Die angespannte und bedrückende Stimmung Hebrons ging auch an uns nicht spurlos vorbei. Kürzliche Proteste, Reaktionen auf Trumps Entscheidung, die Botschaft nach Jerusalem zu verlegen, endeten für fünfzehn PalästinenserInnen tödlich. Nicht nur diese Information, sondern auch ein Video, das wir uns anschauten, auf dem bürgerkriegsähnliche Zustände zu sehen waren, schockierten uns. Mit eher gedrückter Stimmung verließen wir die Organisation in Richtung Suk, um uns auf den Weg zur Ibrahim Moschee zu machen. Die Ibrahim Moschee gilt sowohl für den Islam als auch das Judentum als heilige Stätte. Heilig für beide Religionen ist diese, da sich in ihr die sogenannten Patriarchengräber von Abraham, Sara, Rebekka, Isaak, Jakob und Lea, befinden. Wer sich an dieser Stelle fragt, wo Jakobs Lieblingsfrau Rahel begraben liegt, findet die Antwort nördlich von Bethlehem. Da gerade das islamische Mittagsgebet stattfand, besichtigten wir den jüdischen Teil der Moschee/Synagoge zuerst. Hierfür mussten wir einen Checkpoint passieren. Khaled konnte uns leider nicht begleiten, da der Zutritt für PalästinenserInnen untersagt ist. Bis 1967 allerdings durfte die Moschee von Juden nicht betreten werden. Bevor es wirklich reinging, unterzogen wir uns einer strengen Sicherheitskontrolle und mussten bestätigen, dass wir nicht muslimisch sind. Grund für die intensiven Kontrollen ist das Massaker aus dem Jahre 1994, bei dem ein radikaler Jude 30 betende Moslems erschoss. Im muslimischen Teil der Ibrahim Moschee musste es bei den Frauen wieder züchtig sein. Hier wieder mit Khaled vereint, erhielten wir einige Infos rund um die Moschee und Hintergründe zu den Patriarchengräbern. Nach der Führung durch die Ibrahim Moschee organisierte uns Khaled ein nettes Restaurant – mit genug Platz für 27 hungrige Menschen. Gestärkt ging es zum nächsten Zwischenstopp, einer Glasbläserei – und gleichzeitiger Keramikwerkstatt in Hebron. Nachdem wir das faszinierende Handwerk der Glasbläser aus unmittelbarer Nähe beobachten und manche sogar selbst ausprobieren durften, kauften wir den halben Laden leer. Ganz zur Freude der Besitzer und potentiellen Geburtstagskinder in der Heimat – das nächste Geschenk könnte eventuell eine handgefertigte Keramiktasse sein.

Der letzte Tagesprogrammpunkt bildete einen einschneidenden Kontrast zu den Erlebnissen und Erfahrungen der vergangenen Tage in Palästina. Wir hatten einen Gesprächstermin mit dem israelischen Siedler Bob Lang. Der Bus ließ uns vor der israelischen Siedlung heraus, das letzte Stück legten wir zu Fuß zurück, weil Palästinensern der Zutritt verboten ist. Bob Lang stellte sich kurz vor: Er hat deutsche Wurzeln, wuchs selbst in New York auf und lebt seit 43 Jahren in „Judäa und Samaria“. Die israelische Siedlung Efrat wurde vor 35 Jahren von Siedlern gegründet. Aus der einst kleinen Siedlung ist eine selbstständige Stadt geworden. Sie verfügt über 23 Kindergärten, sechs Grundschulen und drei weiterführende Schulen. Außerdem wird sie 24 Stunden überwacht. Die zweistündige Diskussion musste zum Ende hin zeitlich etwas eingegrenzt werden, da wir die Geduld unseres lieben Busfahrers George nicht überstrapazieren wollten. Die Gruppe scheute vor herausfordernden bis provokanten Fragen nicht zurück, wodurch die Stimmung während des Gesprächs zeitweise unruhiger wurde. Bob blieb bei seinen Antworten stets gelassen und teilte seine Ansichten direkt und ehrlich mit. Bob sieht die israelischen Siedler im Recht, für ihn bildet Israel mit Einbeziehung von „Judäa und Samaria“ (ein Begriff, der für die sogen. Westbank steht) das Zuhause der Juden. Er betonte mehrfach, dass er sich Friede wünsche mit den gleichen Rechten für alle BürgerInnen in einem Rechtsstaat, wie es Israel sei – allerdings nicht in einem Land mit dem Namen Palästina. Auch wenn wir nicht mit all den Ansichten Bobs übereinstimmen, regte das Gespräch Denkprozesse, Redebedarf und weiterführende Fragen an.

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Gespräch mit dem israelischen Siedler Bob Lang

Der heutige Tag zeigte uns auf erneute Weise, dass der Konflikt alles andere als einfach zu greifen ist. Mit gemischten Gefühlen ging es zurück in die Unterkunft. Hier wartete ein Festmahl mit arabischen Vorspeisen, einem brennenden Grillteller und frischem Salat auf uns. Pünktlich zur Primetime ermöglichte uns George – der freundliche Rezeptionist, das Schauen eines kurzen Dokumentarfilms, welcher die alltäglichen Zustände der Checkpoints zeigt.

Von Lisa und Valentina.

Tag 22: Ein Privileg

Die Vorbereitungen für diesen Tag liefen schon seit langem. Um 6:30 Uhr war es Zeit für den Aufbruch. Mit einem Frühstückspacket vom Hotel ging es in Richtung Busbahnhof Betlehem. Von dort aus nahmen wir um 7 Uhr den Bus nach Jerusalem. Als wir den Check Point erreichten, der israelisches und palästinensisches Gebiet trennt, mussten alle Palästinenser unter 50 Jahren den Bus für eine Pass- sowie Einreisekontrolle verlassen. Wir durften im Bus sitzen bleiben, und unsere Reisepässe wurden im Bus von zwei Soldaten kontrolliert. Nachdem alle wieder im Bus waren, ging unsere Fahrt nach Jerusalem weiter. Aufgrund des starken Berufsverkehrs kamen wir leider erst verspätet in Jerusalem am Damaskus Gate an. Von dort aus hatten wir nur noch 5 Minuten Zeit, zu unserem 8 Uhr Termin zu kommen. Mit einem lauten „Yalla“ von Uta, stürmten wir los in Richtung Lions Gate. Mit 10 Minuten Verspätung trafen wir auf unseren Guide. Die Frauen unter uns mussten nun ihre Röcke anziehen und ihre Haare bedecken. Denn nun betraten wir den al-Aqsa Platz. Flotten Schrittes gingen wir auf den Felsendom zu. Kurz vor dem Gebäude stoppten wir. Unser Guide erzählte uns in einem wirren und schnellen Englisch erste Informationen zu dem Felsendom. Der Felsedom wurde von ungefähr 658 bis 691 n.Chr. erbaut. Von 691 bis 693 wurden die dekorativen Elemente wie zum Beispiel Mosaike hinzugefügt. In den Jahren 1959 bis 1963 wurden bei einer Neugestaltung der Kuppel 80kg Gold mit Hilfe von irischen Arbeitern auf die alte Bleiüberdachung aufgetragen. Diese Vergoldung wurde von 1992 bis1994 nochmals restauriert. Die goldene Kuppel wurde im Auftrag vom jordanischen Königs Hussein erneuert und restauriert.

Nach einer kurzen Einleitung durften wir den Felsendom in Strümpfen betreten. Das Innere des Felsendoms ist wunderschön. Die Decke und die Wände sind bedeckt mit Mosaiken, welche nur naturelle Darstellungen sowie Korantexte zeigen. Niemals werden Menschen oder Tiere abgebildet, ganz nach dem Motto: „Du sollst dir kein Bildnis machen“.

Rasch wechselten wir vom Felsendom zu der gegenüberliegenden al-Aqsa Moschee. Auch hier mussten unsere Straßenschuhe draußen bleiben. Nach dem ein Erdbeben 1927 die alte Moschee zerstört hatte, wurde die neue Moschee von Mussolini gestiftet, jedoch nur verkleinert wieder aufgebaut. Die jetzige Moschee bietet Platz für 5000 Beter.

Nach einer Besichtigung, die viel zu schnell vorbeiging, aber viele Eindrücke hinterlassen hat sowie ein großes Privileg für uns alle war, konnten wir die Zeit bis zu unserem nächsten Programmpunkt selber gestalten. Einige nutzten die Pause, um sich mit Kaffee zu stärken und Souvenirs zu kaufen. Andere wiederum besuchten zusammen mit Uta den messianischen Gottesdienst der „Christ Church Jerusalem“. 1849 wurde die Kirche als erste protestantische Kirche im Nahen Osten eröffnet.

Um 12:30 Uhr trafen wir uns wieder im Gemeinschaftsraum der Erlöserkirche mit Professor Abu Sway zu einer letzten Einheit über den Islam, heute mit dem Thema Gegenwart. Er konnte viele unserer brennenden Fragen beantworten. Einige Themen waren junge Muslime in Deutschland, Radikalisierung, die Frauenrolle, Homosexualität, Propaganda und Konvertierungen. Des Weiteren konnte er unser Wissen zu der al-Aqsa Moschee und dem Felsendom vertiefen und erweitern. Zum Abschluss haben wir noch einen guten Rat mit auf den Weg für unsere zukünftige Kariere als Lehrerinnen und Lehrer bekommen: wir seien die Brücken, die unseren späteren Schülerinnen und Schülern den Zugang zu verschiedenen Religionen bieten sollen, um damit eine Distanzierung oder Diskriminierung zu verhindern. Wir verabschiedeten uns noch einmal ganz herzlich von Professor Abu Sway.

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Weitere Studieneinheit mit Abu Sway

Danach fuhren wir in Kleingruppen mit öffentlichen Bussen zurück zu unserem Hotel in Betlehem. Wir waren noch gar nicht lange unterwegs, da wurde unsere Gruppe am Jaffa Gate, Jerusalem, zum zweiten Mal an diesem Tag von Soldaten kontrolliert.

Der Abend war für alle Studierenden unserer Reisegruppe frei verfügbar.

Von Nadine und Lena O.

Tag 21: Im Zeichen des Mondes

Heute morgen ging es um neun Uhr los zur palästinensischen Al-Quds-University. Diese liegt nahe Jerusalem und wurde 1991 gegründet. Angefangen mit vier Colleges und insgesamt 1500 Studierenden, umfasst sie heute 30000 Studierende in 15 Colleges.

In der Universität wurden wir von dem Öffentlichkeitsbeauftragten durch das Uni-interne Museum geführt, das die Lage der Palästinenser in den israelischen Gefängnissen verdeutlichen soll. Als er sich vorstellte, wollte einer unserer Kommilitonen ihn filmen, wurde jedoch gebeten, dies nicht zu tun. Der in einer der von der israelitischen Armee besetzten Zonen lebende Mann besitzt als Palästinenser lediglich eine green ID und könne in Schwierigkeiten geraten, wenn man ihn über die israelitische Besatzung sprechen hörte. Andere Palästinenser, die in den besetzten Gebieten wie der Westbank leben und eine blue ID besitzen, hätten gegenüber den Soldaten gewisse Privilegien.

 

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Im Museum waren kurze Texte und Bilder zu sehen, die unter anderem die Festnahmen von Palästinensern und die Geschehnisse in den israelitischen Gefängnissen zeigen. Insbesondere lag dabei der Fokus auf den teilweise tödlich endenden Folterungen, der unzureichenden Medikation bei Krankheit oder auch den Schwierigkeiten in der Kommunikation aus dem Gefängnis heraus. Den Angaben zufolge werden viele Palästinenser unrechtmäßig und ohne jeden Gerichtsbeschluss im Gefängnis gehalten. Durch geheim übermittelte Briefe versuchen sie ihre Familien zu erreichen und wollen so die UN darauf aufmerksam machen, wo und in welcher Lage sie sich befinden.

Aus dem Gespräch mit dem Studierenden ging seine emotionale Betroffenheit stark hervor. So betonte er, dass der Israel-Palästina-Konflikt auch in seinem täglichen Leben zu spüren ist. Außerdem beklagte er, dass er des öfteren von israelischen Soldaten überprüft und der Mindestlohn von Israel sehr niedrig gehalten werde.

Anschließend trafen wir den Islamwissenschaftler und Leiter des Instituts für Islamische Theologie und Recht an der Al-Quds-University Abu Sway (*1958), der uns heute und morgen seminarartig den Islam in drei Einheiten – islamic theology, islamic law, islamic contemparories – näher bringen wird.

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1. Islamische Theologe

Der islamischen Theologie zufolge stellt der Koran die direkte Offenbarung des Wortes Gottes dar. Die einzelnen Strömungen wie zum Beispiel Sunniten, sind Strömungen, die die Offenbarung Gottes interpretieren und auf ihre Art verstehen. Dabei handle es sich jedoch um Texte, die von Menschen und nicht unmittelbar von Gott stammen. Die Übersetzung des Korans in eine andere Sprache gilt ebenfalls als Interpretation, beziehungsweise als als von Menschen aufgestelltes Konstrukt. Der Koran wird von den Muslimen stets in der Ursprungssprache (arabisch) gelesen und rezitiert, damit das Wort Gottes nicht verfälscht werde.

Der wichtigste Glaubensartikel im Islam ist der Glaube an einen Gott. Dieser könne allerdings in seiner Essenz nie gänzlich von den Menschen erfasst werden, weil dies ihre geistige Kapazität übersteige. Um Annäherungen an ihn herzustellen, gibt es im Koran 99 Namen für Gott, die zum Beispiel seine Omnipotenz oder Allwissenheit beschreiben sollen.

Im Koran werden 25 Propheten genannt, unter die auch die Erzväter wie zum Beispiel Abraham oder David fallen. Hinsichtlich der Propheten wird nicht zwischen ihnen und ihrer Aussage unterschieden; sie gelten als ideale Moralcharaktere, die beispielhaft für gutes Verhalten sind. So wird zum Beispiel Noah anders als im Alten Testament nicht nackt und betrunken dargestellt. Jesus gilt im Koran nicht als der Messias, ist dort aber als Prophet zu finden.

2. Islamisches Gesetz

Die Scharia stellt einer Art Anleitung fürs Leben und Beten sowie das Regelwerk dar, an dem sich die Muslime orientieren. Es gibt fünf Stufen, in die sich menschliche Handlungen einordnen lassen:

1. Geboten/ 2. Empfohlen/ 3. Erlaubt (aber eventuell nicht gern gesehen)/ 4. Verabscheut/ 5. Verboten. Abu Sway stellte uns diese fünf Punkte vor und ließ uns verschiedene Beispiele im Leben eines Muslims aufzählen, die er dann einordnete. So ist zum Beispiel das Essen von Schweinefleisch oder das Trinken von Alkohol verboten. Er erwähnte dabei allerdings, dass der Scharia zufolge das erste Gebot sei, Leben zu erhalten und im Falle einer Hungersnot – ohne eine Alternative dazu – Schweinefleisch gegessen werden dürfe. Ausnahmen und unterschiedliche Bewertungen sind des Öfteren von der Person und ihrer gegenwärtigen Situation abhängig und damit keine starren Konstrukte. So wird Rauchen für Nicht-Raucher in die fünfte, für Raucher in die dritte Stufe eingeordnet. Sexualkontakte außerhalb der Ehe sind verboten, auch wenn man schon mal verheiratet war.

Die Ziele der Scharia sind 1. Schutz von Leben/ 2. Schutz von Begründungen/

3. Schutz von Religion/ 4. Schutz von Nachfahren/ 5. Schutz von Besitz.

Anhand dieser Abstufung werden Handlungen ebenfalls beurteilt. So ist zum Beispiel Fußballspielen generell erlaubt, gilt aber als verwerflich, wenn dabei das erste Ziel der Scharia nicht erfüllt wird. Als Beispiel führte er an, dass eine Person so viel Fußball spielt, dass sie nicht mehr für ihre Familie sorgen kann.

Bezüglich des Themas Extremismus betont Abu Sway, dass Extremisten wie zum Beispiel Salafisten oft kriminelle Vorerfahrungen mitbringen und eben gerade nicht ausreichend theologisch (aus)gebildet sind.

Zuletzt nannte er uns die fünf Säulen des Islam: Das Glaubensbekenntnis, Beten, Fasten, (Almosen) spenden und Pilgern. Auch bei diesen Punkten ist immer die Person selbst zu betrachten, da zum Beispiel in Krankheit nicht gefastet oder gepilgert werden muss.

Abu Sway lud uns nach der Einheit zum Islam zum Abendgebet und anschließendem Gespräch in seine Moschee und danach zu sich nach Hause zum Essen ein.

Das muslimische Gebet findet fünf mal am Tag statt und orientiert sich am Sonnenstand. Das erste Gebet findet früh morgens, das zweite mittags, das dritte nachmittags, das vierte abends und das fünfte früh nachts statt. Allerdings ist es nicht strikt an eine Uhrzeit gebunden, sondern umfasst immer einen bestimmten Zeitraum. Der muslimische Gottesdienst ist von Bewegungen durchzogen; neben dem aufrechten Stand gibt es kniende Positionen und solche, bei denen die Stirn den Boden berührt, da bei dieser offenbar sehr demütigen Position angenommen wird, Gott am nächsten zu sein. Im Gebet werden Koranverse rezitiert.

 

Nach dem Gespräch gingen wir zu Abu Sway nach Hause. Seine Frau hatte für uns ein Essen vorbereitet. Neben Tabulet, Reissalaten, Hähnchen und Gemüse gab es traditionellen Knafa-ähnlichen Nachtisch und zum Abschluss Kaffee und Tee.

Von Annika und Joshua